Anreise -südliche Route-
 

Start in den ersten Mai-Tagen und problemlos-rasche Fahrt durch Österreich, die Slowakei und unkomplizierter Grenzübergang in die Ukraine bei Uschgorod.
Schon hier spüren wir die hilfreiche Wirkung der Hoheitssymbole des Roten Kreuzes, die an unseren Autos kleben: insgesamt ½ Tonne Medikamente und Hilfsmittel sind in den Autos verstaut für Krankenhäuser und Ambulanzen in Zentralasien.

Noch vor Lemberg biegen wir auf die etwas kleinere Nr. 112 in östlicher Richtung nach Ternopol ab und folgen ihr bis auf die Nord-Süd-Strecke Kiew/Odessa zum Schwarzen Meer. Sehr eindrucksvoll die unendlichen jetzt noch brach liegenden Felder und Wälder in der Südukraine, die ja einmal die Kornkammer des Landes war. Es ist wenig Verkehr, wir bleiben zur Nacht immer irgendwo abseits der Straße in einem Wäldchen oder hinter einer Anhöhe versteckt stehen und werden nie gestört oder attackiert. Im Gegenteil: zwei Bauern besuchen uns, bringen Wodka mit und setzen sich zu uns an das Lagerfeuer. Wir trinken, singen und sind lustig und vergnügt.

 
 
Odessa: Opernhaus

 
 

Odessa ist die wichtigste Hafen- und Militärstadt am Schwarzen Meer. Unübersehbar die alte, jetzt verfallende Pracht des letzten Jahrhunderts. Wir bewundern Potemkin-Treppe, Stadtsowjet, Oper und Strandpromenade, besuchen die Kathedrale und ahnen etwas von dem südlichen Flair zur Sommerzeit.

 
 
Potekim-Treppe

 

Jalta, Krim

Kurz vor der Mündung bei Kachowka staut eine riesige Mauer mit Wasserkraftwerken den Dnjepr zu einem gewaltigen Stausee. Dann gibt es erstmals ein kleines Problem mit der Miliz, die uns nicht nach Jalta auf die Krim lasen will "weil es nicht im Visum steht". Ein kleines Präsent läßt sie dann allerdings rasch ihre Meinung ändern.

Kurz hinter der Hauptstadt Simferopol bleiben wir für einen ausführlichen Rundgang durch Baditschisarai stehen.
Uns fesseln die türkisch-moslemische Architektur, Höhlen und Grotten und schließlich Kloster mit mehreren jüngst eingetretenen Mönchen.


Baditschisarai, Krim

Schwalbennest, Krim

Wenn man über das Krimgebirge in vielen Serpentinen zur Küste hinab fährt, wird klar, warum diese Halbinsel zum Ferienparadies der Zaren und der Sowjetunion wurde:
Herrliche Landschaften, das Meer, die prächtigen Bauten (jetzt meist Sanatorien) und die üppige Pflanzenwelt bieten alles, was ein Erholungssuchender benötigt.

Wir besuchen das Schwalbennest, einen Palast in Alupka, die Strandpromenade in Jalta, den Botanischen Garten von Nikita, eine orthodoxe Kirche und sehen ein Kreuzfahrtschiff majestätisch am Hafen vorbeiziehen.

Bei Kertsch verlassen wir auf einer schrottreifen Fähre die Halbinsel Krim und setzen unsere Fahrt nach Osten fort um über Stawropol und Elista nach Astrachan zu kommen, das im Wolgadelta am Nordufer des Kaspischen Meeres liegt.


Kreml, Astrachan

 

Stichworte für Astrachan:
Besichtigung von Kreml, Erlöserkirche, Leninplatz und Museum.
Durch die Schwemmstoffe und den mitgeführten Sand ist das Delta soweit gewachsen, daß die Stadt nun fast 200 km vom Kaspischen Meer entfernt liegt. Es soll ein unvergleichliches Vogelparadies sein, hier im Delta, dagegen sei aber der Fischfang mit seiner Kaviargewinnung stark rückläufig.
Wir überqueren eine Reihe von Seitenarmen der Wolga auf z.T. abenteuerlichen und windigen Brücken und sind in wenigen Stunden an der Grenze von Kasachstan.

Die Grenzabfertigung ist ebenso freundlich wie umständlich. Aber irgendwann ist es dann doch geschafft: Wir haben Kasachstan, unser erstes Ziel erreicht.

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© Prof. Uhlich, 2001