Anreise -nördliche Route-
 

Mit Bedacht ist der 1.Mai als Starttermin gewählt: Es würde nicht mehr so kalt sein, die Natur würde sich grün färben und wir hätten ausreichend Zeit.

Die Anreise durch Österreich und die Slowakei ist problemlos. Bei Michalovce bzw. Mucacevo überqueren wir rasch und problemlos die ukrainische Grenze.

Über Lviv (Lemberg) mit seinen alten, prächtigen jetzt aber verfallenen Häusern, die von vergangenem großen Reichtum und einer glanzvollen Geschichte zu erzählen scheinen, geht es auf breiten und relativ guten Straßen weiter nach Osten.

 
 
Lviv (Lemberg)

 
 

Nach etwa 500 km erreichen wir Kiew. Wir gönnen uns nur eine sträflich kurze Stadtrundfahrt! Dennoch ahnen wir etwas von der Bedeutung dieser Metropole am Dnjepr mit ihren 2 ½ Mio Einwohnern, der Wladimir-Kathedrale und der St. Andreaskirche, der Altstadt (Unter- und Oberstadt), den Grünanlagen und Parks, den Museen, Theatern und Universitäten.

Der Weg bis zur russischen Grenze, zunächst auf der Hauptstraße Kiew-Moskau, dann von Gluchow in südöstlicher Richtung ist rasch zurückgelegt und der Transit auch hier: absolut problemlos. Wir werden mehr bestaunt als kontrolliert. Es herrscht freundliche Neugier, denn solche Touristen wie wir sind offensichtlich äußerst selten.

 
 
Markt am Straßenrand

 
 

Die erste russische Stadt Kursk ist eine häßliche Industriestadt, die von der nächsten Stadt, nämlich Voronesh nur an Größe und Düsternis übertroffen wird. Am Wegesrand verfallene Kirchen, riesige jetzt noch kahle, schwarzerdige Felder, Birkenhaine und ein Militärflughafen, auf dem endlose Reihen von Flugzeugen und Panzern vor sich hin rosten.

Eine Woche nach unserem Start erreichen wir Saratow, die Stadt an der Wolga, dem größten Fluß Europas mit fast 3700km Länge. Eine gewaltige Brücke überquert den Strom, an dessen Ufern weiter flußab das ehemalige Stalingrad liegt und der in einem weiten Delta bei Astrachen in das Kaspische Meer mündet. Viele Deutsche haben hier gewohnt. Man erkennt das noch an den Namen und dem Baustil der Häuser. Am jenseitigen Hochufer in der Nähe der von Deutschen gegründeten Stadt Engels finden wir einen guten Standort.

 
 
Saratow, Wolgabrücke

 
 

Die kommenden 300 km zum Grenzort Ozinki sind schwierig. Die Reise-geschwindigkeit geht auf etwa 30 km/h zurück. Uns plagen flüssiger Teer, tiefe Schlaglöcher und grober Schotter. Gelegentlich fahren wir neben der "Straße". Es begegnen uns wenig Menschen.
Eine "offizielle" Grenze zwischen Rußland und Kasachstan scheint es nicht zu geben, zumindest zu dieser Zeit noch nicht. Denn plötzlich finden wir uns in einer Gegend mit zunehmendem Steppencharakter wieder und kommen am Fluß Ural zur gleichnamigen größten, westlichen Stadt Kasachstans, nämlich Uralsk. Das erste Ziel unserer Reise, nämlich der zentralasiatische Staat Kasachstan ist erreicht.

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© Prof. Uhlich, 2001