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Der "goldene Ring"


Wir haben uns - aus Sibirien kommend - von Osten her bei BOGOLJUBOWA, wenige Kilometer von Wladimir entfernt, in den "goldenen Ring" eingefädelt. Das bezaubernde Kirchlein "Mariä Schutz und Fürbitte" an dem Flüßchen Nerl stimmt uns auf die kommenden Tage ein.


Bogoljubowo:
Kirche zu Mariä Schutz und Fürbitte

Kirche (Detailaufnahme des Portals)

Nur wenige Kilometer entfernt kommen wir nach WLADIMIR, einer Stadt mit 350.000 Einwohnern, die von der Industrie aber auch - im Stadtkern - von ihrer fast 1000-jährigen Geschichte, Religion, Kunst und Kultur geprägt ist.

 

Wladimir: Demetrios-Kathedrale

Kathedrale mit reichhaltigen Fresken (Detailaufnahme)


Mariä-Himmelfahrts-Kathedrale
 
 


Einen tiefen Eindruck hinterlassen bei uns viele hunderte von Figuren an der Demetrios-Kirche und, am Abend, ein bewegendes Chorkonzert in einer Kirche im Stadtzentrum.

Auf der Straße 119 erreichen wir am folgenden Tag nach einer knappen Fahrstunde SUSDAL, von dem unser Führer schreibt, daß es ein einziges Museumsstädtchen sei und unter Denkmalschutz stehe.


Freilicht/Holz/Kunst-Museum


Frauenkloster am Flüßchen Kamenka


Euthymios-Erlöser-Kloster

Glöckner bei seiner Arbeit

Richtig! Wir schlendern durch das jetzt verschlafene, pittoreske Dorf, das nur durch seine prächtigen Gebäude von seiner lange vergangenen historischen Bedeutung erzählt. Immer wieder begeistern uns auch die kleinen Kirchlein, die Holzarchitektur und der Kontakt zu den überaus freundlichen und hilfsbereiten Bewohnern dieser Region.


Eine Bewohnerin mit dem Autor und seiner Frau



Susdal: Kreml mit Mariä-Geburt-Kathedrale
 
 


Von dort sind es jeweils etwa 80 km zunächst bis Iwanowo, das wir passieren, und weiter über die Wolga bis nach KOSTROMA. Die Stadt ist ein wirtschaftliches Unterzentrum, hat etwa 300.000 Einwohner und ist die nördlichste der Städte des "goldenen Ringes".


Kostroma: typische sakrale Holzarchitektur

Dreifaltigkeits-Kathedrale: Monastir

In dem zentralen Klosterkomplex dominiert die überreich ausgeschmückte Dreifaltigkeits-Kathedrale. Ein Rundgang durch die Altstadt am Ufer der Wolga lassen die Bedeutung des Stromes für die Entwicklung und Geschichte des Ortes ahnen.

 

Ikonostase im Monastir

Prächtiges Portal mit vergoldeter Pforte
 


Am gleichen Fluß rund 80 km stromaufwärts - auf der Staatsstraße 76 gut erreichbar - kommen wir nach JAROSLAWL, der mit fast 700.000 Einwohnern größten Stadt unserer Rundreise. Da wir direkt am Ufer stehen und hier übernachten wollen, kommen wir in Kontakt mit den Gästen und dem Kapitän eines Wolga-Schiffes, das gerade anlegt, hören zu, erzählen von uns und diskutieren über die Umweltschäden dieser Region. Ein mit reisender Reporter von der "Prawda" sammelt hierzu Material und verbreitet die aktuellen und erschreckenden Daten mit verblüffender Offenheit.


In Jaroslawl

Kathedrale (Renovierungsarbeiten)
 
 



Prophet-Elias-Kirche, pyramidenförmiger Glockenturm


typisch orthodoxer Sakralbau


prächtiges Kirchen-Portal



Am nächsten Tag hilft uns eine reizende Führerin durch das Straßengewirr der auffallend sauberen Stadt. Das Kloster überwältigt uns durch die Ansammlung von Kirchen, Kapellen, Türmen aber auch Fresken, Ikonostasen und alle Arten von sakralen Kunstschätzen.

Auf der gut ausgebauten, breiten Straße Richtung Moskau empfängt uns schon nach rund 60 km ROSTOW am Nero-See.


Rostow Maria-Himmelfahrts-Kathedrale

Die Stadt ist arm, klein, hat keine Industrie und kann die gewaltigen Aufgaben, alle historischen Gebäude zu erhalten, erkennbar nicht schaffen. Wie auch? Handelt es sich doch bei dem Kreml um - so schreibt unser Führer - "...einen imposanten Gebäudekomplex mit mächtigen Festungsmauern, elf Türmen, fünf Kirchen, Glockenturm, Palais und Fürstenhäusern...."


unser Fahrzeug an der Kreml-Mauer in Rostow

bescheidene Restaurierungsbemühungen...

Wir lassen uns viel Zeit für das kleine Städtchen und unterhalten uns lange mit einem der Helfer, die mit einfachsten Arbeitsgeräten dem Verfall in einer Kirche zu widerstehen versuchen. Zum Abschied sagt er, daß er ganz fest darauf vertraue, daß "der Westen" bald Hilfe schicke....

PERESLAW - SALESSKIJ führt uns wieder ein Stück näher zur russischen Metropole! Aber noch ist nichts vom Trubel Moskaus zu verspüren, hier am Pleschtschejewo-See. Im Gegenteil: Wir genießen die Abgeschiedenheit und den herrlichen Rundblick von einem Hügel. Wir kennen es nun schon: die Klostermauern, grüne Zwiebeltürme, reich bemalte Kirchenwände, Ikonostasen, vielleicht eine Messe mit der melodischen orthodoxen Liturgie.


Pereslawl: Klosterkirchen

Typische dörfliche Idylle: Pereslawl-Salesskij

Die letzte Etappe auf unserer Tour des Goldenen Ringes ist
SERGIEW - POSAD, das alte Sagorsk. Ein Städtchen mit etwa 100.000 Einwohnern, 70 km von Moskau entfernt und ein Zentrum der orthodoxen Kirche Rußlands.


Sergiew Posad: Uspenskij-Kirche

im Kreml-Komplex von Susdal

Im Komplex des Dreifaltigkeitsklosters finden sich mehrere prächtige Kirchen, wobei uns besonders die Hauptkathedrale mit ihren fünf prachtvoll blau-goldenen Türmen in ihren Bann zieht. Spürbar ist hier auch ein reges kirchliches Leben und - nicht verwunderlich - ein ebenso streng wie offensichtlich lückenlos durchorganisiertes Bettler-System.


Andenkenverkäufer vor den Kirchen

Etwas abseits auf einem Mäuerchen sitzend ist es spannend und beruhigend zugleich, dem Treiben der Händler und Mönche, der Besucher und der Einheimischen, der gepflegten Reichen und der bettelnden Armen zuzuschauen.


prächtig bemalter Zwiebelturm

typische kunstgewerbliche Figuren

Wir wissen, daß uns im Moskauer Kreml zwar noch einmal so etwas wie eine "Zusammenfassung" all des bisher Gesehenen erwartet. Dennoch fällt uns der Abschied von dieser Rundreise und ihrer einmaligen Sammlung von unverwechselbarer russischer sakraler Architektur, typischer Landschaft und sehr freundlichen Menschen nicht leicht. Denn etwas Vergleichbares wie den Goldenen Ring im Norden von Moskau wird es nirgendwo auf dieser Welt geben!

 
 
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  © Prof. Uhlich, 2002